Klassen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf
Förder- und Betreuungskonzept für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf
Ziel unserer Arbeit ist es, die individuelle Entwicklung der Kinder in den Bereichen Kommunikation, Motorik, Wahrnehmung, Alltagskompetenzen und sozial-emotionaler Kompetenz systematisch zu fördern. Die Förderung zielt dabei auf die Stärkung von Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit und Teilhabe am schulischen und gesellschaftlichen Leben.
Die Förderung erfolgt in kleinen Klassenverbänden, um eine hohe Betreuungsintensität und individuelle Anpassung der Lernumgebung zu gewährleisten. Durch reduzierte Gruppengrößen können Lehr- und Betreuungspersonen differenzierte Förderangebote bereitstellen und auf individuelle Bedürfnisse schnell reagieren.
Unsere Arbeit basiert auf mehreren sich ergänzenden Prinzipien:
Struktur und Vorhersehbarkeit: Klare Tages- und Wochenpläne sowie visuelle Strukturen (z. B. Metacom-/Piktogrammsysteme) reduzieren Unsicherheit, unterstützen die Orientierung und ermöglichen Routineentwicklung.
Individualisierung: Förderziele und Interventionen werden auf der Grundlage einer differenzierten Diagnostik und in Abstimmung mit dem Kind sowie dessen Netzwerk (Eltern, therapeutische Fachdienste) individualisiert.
Ressourcenorientierung: Die Förderung orientiert sich an bestehenden Kompetenzen und setzt diese gezielt ein, um weiteres Lernen zu ermöglichen.
Inklusion und Partizipation: Kinder nehmen, soweit möglich, an gemeinschaftlichen Aktivitäten der Schule teil und werden in altersgemäßen Ritualen und Festen integriert.
Interdisziplinarität: Pädagogische, therapeutische, pflegerische und medizinische Kompetenzen werden koordiniert, um eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten.
In jährlichen Zielfindungsgesprächen werden gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften, Therapeut*innen und weiteren Beteiligten konkrete Förderziele formuliert und in individuellen Förderplänen dokumentiert.
Unsere pädagogische Arbeit beinhaltet folgende Aspekte
Lernladenarbeit nach Teacch: Förderung von Selbstorganisation, Routine und visueller Unterstützung des Lernens.
Basale Stimulation (konzeptuell orientiert an Fröhlich): Einsatz taktiler, vestibulärer und propriozeptiver Stimuli zur Förderung von Wahrnehmung und Körpererleben.
Sensorische Integration nach A. Jean Ayres: Therapeutisch orientierte Fördersequenzen zur Regulation sensorischer Verarbeitung bei Kindern mit entsprechenden Auffälligkeiten.
Aspekte von MOVE: Förderung motorischer Fähigkeiten und Alltagsmobilität durch gezielte Bewegungsangebote.
Unterstützte Kommunikation (UK): Systematische Förderung nicht- oder eingeschränkt sprechender Kinder mittels Gebärdenunterstützung, Symbolsystemen und elektronischen Kommunikationshilfen.
UK stellt einen zentralen Schwerpunkt unserer Arbeit dar. Ziel ist die Ermöglichung möglichst selbstständiger Kommunikation und Teilhabe. UK-Maßnahmen umfassen:
Einsatz von bildlichen Symbolsystemen (z. B. Metacom), Gebärdenunterstützung und elektronischen Kommunikationshilfen.
Systematische Einbindung in Unterrichtssequenzen und Alltagsroutinen, um Generalisation und Gebrauchskompetenz zu fördern.
Schulung und Einbindung von Eltern und Betreuungspersonen zur Sicherstellung konsistenter Kommunikationsumgebungen.
Regelmäßige Unterrichtseinheiten in einem warmen, schuleigenen Therapiebecken sind ein Highlight unseres Schulalltages.
Diese Einhaiten bieten den Kindern:
Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen in unterschiedlichen sensorischen Kontexten sammeln;
elementare Aktivitäten des täglichen Lebens (z. B. An- und Auskleiden, Körperpflege) erproben;
motorische Fähigkeiten, Koordination und Ausdauer trainieren;
je nach individuellem Entwicklungsstand selbstständiges Schwimmen mit oder ohne Hilfsmittel erlernen oder sensorisch stabilisierende Erfahrungen durch getragenes Bewegen machen.
Die Integration in schulische Gemeinschaftsaktivitäten (z. B. gemeinsames Singen, Advents- und Faschingsfeiern, Aufführungen, Zirkusprojekte) hat mehrere Funktionen: soziale Einbindung, Förderung kommunikativer und darstellerischer Kompetenzen, sowie Stärkung von Anerkennung und Selbstwert. Kinder aus Integrationsklassen präsentieren Lieder oder Theaterstücke; die kleinen Klassen tragen durch spezifische Beiträge zur Vielfalt der Schulgemeinschaft bei.
Mit unserer Arbeit in den Kleinklassen streben wir an, die Kinder bestmöglich auf ein möglichst eigenständiges und selbstwirksames Leben vorzubereiten. Fortschritte werden systematisch erfasst und die Interventionen evidenzorientiert weiterentwickelt, um langfristig die Teilhabechancen und die Lebensqualität der Kinder zu erhöhen.


